Zunftordnung

Das Schröterwesen wurde durch eine Zunftordnung geregelt, der jeder Folge zu leisten hatte und im Falle der Nichteinhaltung aus der Zunft ausgestoßen wurde.

Hier ein Auszug daraus:

Artikel 1
Sie verbinden sich gemeinschaftlich und in Solitum, dass der Geist einer für den anderen, und alle für einen, wenn ihnen Unglück mit einem Faß Wein widerfahren - wodurch Ihnen ein Schaden zukomme - derselben gemeinschaftlich zu bezahlen.
Artikel 2
Wenn ein Schröter aus der Zunft austritt, so soll durch den Schrötermeister ein rechtschaffender Mann vorgeschlagen, und durch die Schöffen der Gemeinde genehmigt, ins Protokoll hier eingetragen und Handtreu an Eidesstatt abgenommen werden.
Artikel 3
Es darf kein Schröter den anderen mit Worten beschimpfen, keine Streitigkeiten anfangen noch eine Hand erheben.
Artikel 4
In Erwägung sich ein Schröter beigehen ließe, in einem Haus oder Keller etwas zu entnehmen, es sollt auch nur ein Apfel oder eine Birne sein, so soll er gleich aus der Zunft gestoßen, und aller früheren Rechte verlustigt sein, vorbehaltlich, dass es den Ortsschöffen angezeigt ist, die ein solches Benehmen einem Hochlöblichen Polizeigericht zukommen lassen soll.
Artikel 5
Sollte ein Schröter beim Bescheiden durch die Schröterglocke nicht zu Hause sein, so hat er nur den halben Lohn zu beziehen und wie in Artikel 1, bei einem Unfall den Schaden trotzdem gemeinschaftlich zu zahlen.
Artikel 6
Die Schröter sind schuldig zu schroten, wenn die Witterung nicht zu gefährlich ist, das Fass nach Besichtigung des Zunftmeisters schrotbar befunden wurde, jedoch nicht morgens vor und abends nach der Ave-Maria-Glocke.
Artikel 7
Die Schröter haben ihre Gebühr nicht auf das Lagerfass, sondern auf jenes Fass, welches sie schraden, zu fordern. Neben dem Schradlohn haben die Schröter an Schradwein zu empfangen und zwar aus jedem Fass, welches sie schraden, 1 Krug Wein.